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letzte Aktualisierung:
25. Januar 2018

Profil / Geschichte

Die Gesellschaft für seelische Gesundheit Dortmund e.V. (GSG) wurde 1975 von einer Gruppe in psychiatrischen Einrichtungen Tätigen und engagierten Dortmunder BürgererInnen gegründet. Ihr gehören heute ca. 80 Mitglieder an, die sowohl Professionelle und BürgerhelferInnen als auch Psychiatrie-Erfahrene und Angehörige sind.
Die GSG ist ein gerichtlich eingetragener Verein und vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt.


Ziele und Aufgaben
Die GSG hat sich die Unterstützung von Menschen mit psychischen Störungen, insbesondere die Vertretung ihrer Interessen in der Öffentlichkeit sowie der Politik und Verwaltung, zum Ziel gesetzt. In diesem Rahmen initiiert und fördert die GSG vor allem Aktivitäten, die die Erfahrungen und Wünsche psychiatrieerfahrener Menschen und ihrer Angehörigen ernst nehmen, diese als Experten in eigener Sache verstehen und auf diese Weise die Selbsthilfefähigkeiten Betroffener zu stärken suchen. Hierdurch kann Fremdsteuerung durch psychiatrische Institutionen schrittweise durch Selbststeuerung der PatienteInnen bzw. KlientInnen ersetzt werden.

Die GSG legt ihren Arbeitsschwerpunkt daher auf folgende Aktivitäten:

  • Organisation von Diskussionsforen, die den Dialog und Trialog zwischen Psychiatrie-Erfahrenen, deren Angehörigen und den Mitarbeiterinnen psychiatrischer Einrichtungen fördern;
  • Unterstützung von Selbsthilfe-Inititativen;
  • Durchführung von Informationsveranstaltungen über neuere Therapieansätze, die die Erfahrungen und Interessen Betroffener ausdrücklich berücksichtigen;
  • Initiierung von Gesprächsrunden zu aktuellen sozialpolitischen Entwicklungen und Versorgungsdefiziten, die vor allem psychisch beeinträchtigte Menschen betreffen;
  • Vorbereitung kultureller Veranstaltungen mit bildnerischen und literarischen Werken psychisch Kranker;
  • Kontaktaufnahme und Kooperation mit Organisationen und Einrichtungen mit vergleichbarer Aufgabenstellung



Warum ist die Arbeit der GSG so wichtig?
Obwohl ca. jeder zehnte Bürger im laufe eines Jahres von einer psychischen Störung bzw. Krankheit betroffen ist, werden diese Beeinträchtigungen im Vergleich zu körperlichen Krankheiten nach wie vor gesellschaftlich geächtet. In einem derartigen sozialen Klima fällt es Betroffenen daher oft schwer, eine öffentlichkeitswirksame Interessenvertretung zu entwickeln. Hier will die GSG "Hilfe zur Selbsthilfe" anbieten.

Die häufig frustierenden Erfahrungen Betroffener mit psychiatrischen Einrichtungen wie Kliniken, niedergelassenen PsychiatrInnen, dem Betreuten Wohnen u.a. verweisen eindringlich auf Reformnotwendigkeiten, z.B. hinsichtlich der Stärkung der Patientenrechte und der Gestaltung des Therapieverlaufs.
Eine Interessenvertretung Psychiatrie-Erfahrener ist jedoch nicht nur im Hinblick auf die sogenannte Qualitätssicherung und Fortentwicklung psychiatrischer Unterstützungsmaßnahmen von Bedeutung, sondern auch angesichts der zunehmenden finanziellen Einsparungen im Sozialbereich, welche insbesondere auch psychisch kranke Menschen aufgrund ihres speziellen Hilfebedarfs betreffen. Für diese steigt das Risiko, bereits vorhandene Versorgungsstandards einzubüßen, und durch das weitmaschiger werdende soziale Netz zu fallen. Dieser Entwicklung will die GSG nicht tatenlos zusehen.


Die Arbeit der GSG im Überblick

  • Beratung und Unterstützung der Selbsthilfe Psychiatrieerfahrener
  • Initiierung öffentlicher Hearings und Fachtagungen
  • Veranstaltung von über 100 Psychoseseminaren mit mehr als 2.600 Teilnehmern
  • Organisation von Lesungen und Herausgabe regelmäßiger Publikationen zum Thema psychiatrische Erkrankungen
  • Regelmäßige Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu allen Bereichen seelischer Gesundheit
  • Ansprechpartner für Medienschaffende bei Recherchen oder für Kontakte zu Interviewpartnern
  • Unterstützung und Begleitung Psychiatrierfahrener während ihrer Medienkontakte



Anstoßen und Begleiten - bis Neues alltäglich geworden ist

Die GSG ist 1974 in der Umbruchzeit der 70er Jahre von einer Gruppe engagierter Dortmunder Bürger/innen in psychiatrischen Einrichtungen Tätiger gegründet worden. Seit dieser Zeit hat der Verein viele Reformen, Veränderungen und neue Ansätze in der Psychiatrie aktiv begleitet und angestoßen. Ziel der GSG war und ist es, Impulsgeberin für innovative Ideen und Projekte zu sein und diese nur so lange zu begleiten, bis diese selbstverständlicher Bestandteil der gesundheitlichen Versorgung für psychisch kranke Menschen geworden sind.
Zukünftig wird sich das Engagement der GSG neben der Fortführung der aktuellen Projekte, auf die Verbesserung der kommunalen Strukturen für akut erkrankte Personen ausrichten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der politischen Durchsetzung eines psychiatrischen Notfalldienstes und einer Beschwerdestelle zur Stärkung der Patientenrechte.


Pionierarbeit trägt Früchte

  • Beispiel Vernetzung: 1974, Gründung der "Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft" in Dortmund, die inzwischen von der Stadt Dortmund fortgeführt wird.
  • Beispiel Kultur: 1976, Trägerschaft von sechs sogenannten "Kontaktclubs" in Dortmund und Lünen, in denen die GSG mit ihren ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen bis 1993 unterschiedliche Kultur- und Freizeitangebote für Menschen mit psychischen Erkrankungen angeboten haben. Heute sind die Kontaktclubs regulärer Bestandteil der Arbeit des Diakonischen Werkes Dortmund.
  • Beispiel Wohnen: 1979, Initiierung einer rehabilitativen Übergangseinrichtung für psychisch erkrankte Menschen, die mittlerweile ebenfalls in die Trägerschaft des Diakonischen Werkes Dortmund übergegangen ist

© Gesellschaft für seelische Gesundheit Dortmund e.V. - Am Lohbach 120 - 44269 Dortmund « zurück nach oben